15 Jan

Baby-Blues

Das mit dem Baby-Blues ist so eine Sache.

Das Baby ist da, alle sind voller Freude, man beginnt, einander kennenzulernen.
Als frischgebackene Mutter prasseln die neuen Anforderungen geradezu auf einen ein. Das Baby wird zum ersten Mal an die Brust gelegt und man sieht etwas fassungslos zu, wie der eigene Körper darauf reagiert. Man wickelt den kleinen Neuzugang, schnuppert, schmust und könnte zerspringen vor Glück.

Nach einigen Tagen haben viele Frauen dann einen kleinen Tiefpunkt. Man fühlt sich elend, könnte immerzu weinen und die Gefühle geraten durcheinander. Das legt sich meist nach kurzer Zeit von alleine. Viele Mütter haben das vielleicht schon erlebt, andere erleben so etwas gar nicht.

Bei einigen Müttern allerdings hört dieses Gefühlschaos nicht so einfach auf.
Öfter am Tag kommt eine große Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und dadurch auch ein Schuldgefühl über sie. Die Schuldgefühle dem Kind gegenüber, über das man sich ja eigentlich so freut, beschreiben viele als das Schlimmste. Dann sind da ja auch noch der Mann und die Familie, die oft mit Unverständnis reagieren, wenn die frischgebackene Mama nicht strahlt und positiv gelaunt ist.
Oft gerate ich in der Apotheke durch Zufall an diese Frauen. Es entwickelt sich ein Gespräch und ich verschaffe mir einen Überblick über die Situation. Dann überlegen wir gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt.
Viele trauen sich nicht, das Problem offen anzusprechen. Sie sind verzweifelt und verurteilen sich selbst dafür.
Ich kann nur jeder betroffenen Frau raten, sich ihrem Mann oder einer lieben Person in der Familie anzuvertrauen. Sollte das nicht gehen, weiß die betreuende Hebamme oder der Frauenarzt Rat.
Manchmal reicht es, zu wissen, dass man Unterstützung hat. Es kann Tage, Wochen oder sogar Monate dauern, mit oder ohne medikamentöse Behandlung ablaufen, jede Frau hat ihre individuelle Geschichte.
Auf der Seite www.schatten-und-licht.de findet man viele nützliche Informationen rund um dieses Thema.

Ich wünsche allen betroffenen Frauen viel Kraft und den Mut, sich zu öffnen und sich nicht für die Situation zu verurteilen. Es geht irgendwann vorüber und aus dem Schatten wird wieder Licht!

Es grüßt die apo-freundin

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